Tafelbilder und ihre gemalte Lyrik

Ich finde es spannend, wie sich in der mittelalterlichen Tafelmalerei die Bilder mittels komplexer Symbolik erschließen. Allein die Aussage der Motive zählte. Und weil damals viele Menschen nicht lesen konnten, diente sie vor allem der Wissensvermittlung und als Information. Man malte nicht nur was man sah, sondern auch was man wusste.

 

In meiner Arbeit geht manchmal zur gemalten Lyrik auch eine in Worte gefasste hervor. Als eine Art Begleitung in der Beschäftigung mit dem Thema, oftmals direkt während des Entstehungsprozesses der Tafel.


Blogartikel zu Tafelbild & Lyrik


Mal hinter den Pinselstrich geschaut

Tafelbild Oculus, die drei Nornen aus der Edda, inspiriert von der nordischen Mythologie

Ein Kurzfilm über Entstehung und Aufbau, welcher Gedanke sich hinter jedem Pinselstrich verbirgt und wie sich daraus eine Geschichte webt.

 

Das Tafelbild "Oculus" erzählt von der Unbeständigkeit in der Beständigkeit, vom media vita in morte sumus (Mitten im Leben sind wir des Todes), aber auch dass dort Leben ist, wo wir vielleicht keines zu erhoffen wagen. Es erzählt davon, dass Vergehen auch immer mit Werden zusammenhängt, dass alles, was zu seinem natürlichen Ende gekommen ist, den Weg zur Geburt von etwas Neuem bereitet. Im Kreis der Stunde trägt alles Leben den Keim des Todes in sich - und alles Sterben den Samen des Lebens.


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