Hände. Alte Hände.

Mit 14 Jahren hatte ich schon Hände mit Linien und Furchen wie die meines Großvaters. Und schon immer wollte ich mit meinen Händen arbeiten.

Ich liebe den Geruch von frisch geschliffenem Holz. Schleifen, wachsen, wieder schleifen und lasieren. Dieser Prozess ist nicht nur meditativ, sondern auch ein schöner Arbeitsschritt, den Grund für das Motiv zu bereiten.

 

Dabei in jedes einzelne Tafelbild eine besondere Aufmerksamkeit zu legen. Und gleichzeitig nach Fertigstellung freizugeben für seinen neuen Besitzer.


Kontemplative Kunst fängt hier schon an.

Sie ist sowohl für den Kunstschaffenden während des Entstehungsprozesses erfahrbar, wie auch letztendlich für den Betrachter. Es ist eine Einladung, Gedanke und Haltung auf die tiefere Bedeutung hinter die äußere Form auszurichten. Sichtbares anzuschauen und aufzulösen, sich dem Verborgenem dahinter hinzuwenden und über den wahrhaftigen Gehalt nachzusinnen.

In meine Arbeiten fließt auch mein Interesse an Ikonografie und Ikonologie immer wieder mit ein. Vieles mag zwar hinter dem Schleier von Legenden, Mythen und Sinnbildern verborgen sein, doch sie inspirieren auf vielfältige Art und Weise. Denn auf der Ebene dahinter erzählen sie uns eine Geschichte mit tieferer Bedeutung. Sie beschäftigen sich mit unserem Wirken auf Erden und dem, was hinter der physischen Existenz steckt.

Wir suchen die Welt und unsere Erfüllung darin. Wir ersuchen Mensch zu sein.

Meine Tafelbilder und Projekte wie den Lebensbaum verstehe ich als eine Einladung zur Betrachtung, um mit diesem Sinngehalt, dieser Quelle, in Berührung zu kommen.

 

Kontemplative Kunst entsteht um ihrer selbst willen, erklärt sich aus sich selbst heraus und macht das Dargestellte erfahrbar. Und was du darin für dich entdeckst, ist ganz das deine - und geht zugleich in etwas Größerem auf.


Ein sehr persönliches Interview über meine Arbeit, Inspirationen und meine eigenen Wurzeln findest Du HIER


Vita

Michaela Mielke, geb. 1976 in Hamburg

 

1995 Ausbildung Gestalterin für visuelles Marketing, ab 2002 selbstständig

Ab 2007 Produktentwicklung, -gestaltung und -fertigung in der Bestattungs- und Trauerkultur: Sarg- und Urnengestaltung, Memoria, Trauer- und Gedenkartikel. Diverse Projekte und Veranstaltungen zu den Themen Abschiedsgestaltung, Sterben, Tod und Trauer. Während dieser Zeit Fertigung der ersten Gedenk-, Andachts- und Weihetafeln.

Ab 2012 Ausbau der Tafelmalerei und Weiterentwicklung eigener Techniken. In den darauffolgenden Jahren entstehen Tafelbilder mit lyrischen Betrachtungen und damit verankert sich der Aspekt der kontemplativen Kunst. Das Projekt "Lebensbaum" entsteht. Die Arbeiten an dem großen und vielschichtigem Werk dauern drei Jahre an.

2016 Erweiterung der Tafelbilder mit Echtvergoldungen für Räume der Stille, sowie Vorbereitung neuer Projekte.

Michaela Mielke wohnt und arbeitet in Hamburg.